Du hast dir eine Anthurie nach Hause geholt und fragst dich jetzt, wie du ihre auffälligen Blätter oder Blüten lange schön hältst? Keine Sorge: Die Anthurium Pflege ist gar nicht so kompliziert, wenn Standort, Gießen und Substrat stimmen.
Ob klassische Flamingoblume mit roten, weißen oder rosafarbenen Hochblättern oder besondere Blattschmuck-Anthurie mit samtigen, auffällig gezeichneten Blättern, die grundlegenden Bedürfnisse sind ähnlich.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine Anthurie richtig gießt, düngst, umtopfst und vermehrst. Außerdem zeigen wir dir, woran du typische Pflegefehler frühzeitig erkennst und wie sich Blüten-Anthurien von Blattschmuck-Anthurien unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
- Blüten-Anthurien und Blattschmuck-Anthurien im Vergleich
- Der richtige Standort für Anthurien
- Anthurium richtig gießen
- Das passende Substrat und Anthurium umtopfen
- Anthurium düngen
- Anthurium vermehren
- Typische Probleme bei der Anthurium Pflege
- FAQ
- Fazit
Blüten-Anthurien und Blattschmuck-Anthurien im Vergleich
Anthurium ist eine Gattung aus der Familie der Aronstabgewächse. Im Handel werden Anthurien häufig in zwei Gruppen eingeteilt: Blüten-Anthurien und Blattschmuck-Anthurien.
Botanisch ist diese Unterscheidung nicht ganz genau, denn auch Blattschmuck-Anthurien können Blüten bilden. Die Einteilung beschreibt vielmehr, welcher Teil der Pflanze besonders auffällig ist und weshalb sie als Zimmerpflanze gehalten wird.
Was sind Blüten-Anthurien?
Als Blüten-Anthurien werden vor allem Sorten bezeichnet, die wegen ihrer auffälligen, häufig roten, weißen, rosafarbenen oder orangefarbenen Hochblätter kultiviert werden.
Zu den verbreiteten Blüten-Anthurien gehören vor allem Arten, Sorten und Hybriden aus dem Umfeld von:
- Anthurium andraeanum
- Anthurium scherzerianum
Die bekannteste Vertreterin ist die Flamingoblume.
Viele dieser Anthurien wachsen relativ kompakt und bilden ihre Blätter und Blütenstiele aus einer gemeinsamen Pflanzenbasis. Für eine regelmäßige Blütenbildung benötigen sie vor allem ausreichend Licht, gesunde Wurzeln und eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Was sind Blattschmuck-Anthurien?
Bei Blattschmuck-Anthurien stehen nicht die Blütenstände, sondern die Blätter im Mittelpunkt. Je nach Art können sie herzförmig, länglich, stark geadert, samtig oder beinahe metallisch glänzend sein.
Bekannte Blattschmuck-Anthurien sind zum Beispiel:
- Anthurium crystallinum
- Anthurium clarinervium
- Anthurium magnificum
- Anthurium forgetii
- Anthurium veitchii
- Anthurium warocqueanum
Auch diese Arten bilden Blüten. Diese sind im Vergleich zu den auffälligen Blättern jedoch häufig eher unscheinbar. Bei Anthurium crystallinum sind beispielsweise schmale, grünliche Hochblätter mit einem gelblichen Kolben möglich.
Blattschmuck-Anthurien können sehr unterschiedliche Wuchsformen besitzen. Einige wachsen kompakt und bilden mit der Zeit mehrere Triebe. Andere entwickeln einen deutlicheren Stamm oder ein Rhizom. Die genaue Art ist deshalb wichtiger als die allgemeine Bezeichnung „Blattschmuck-Anthurie“.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Blüten-Anthurien | Blattschmuck-Anthurien |
|---|---|---|
| Besonderheit | auffällige, farbige Hochblätter | große, gezeichnete oder samtige Blätter |
| Typische Arten | A. andraeanum, A. scherzerianum und Hybriden | A. crystallinum, A. clarinervium, A. magnificum oder A. veitchii |
| Wuchsform | häufig kompakt und mehrtriebig | je nach Art kompakt, rhizombildend oder mit deutlichem Stamm |
| Lichtbedarf | ausreichend Licht unterstützt die Blütenbildung | helles Licht unterstützt kräftige und arttypische Blätter |
| Luftfeuchtigkeit | normale bis erhöhte Luftfeuchtigkeit | viele Arten profitieren besonders von erhöhter Luftfeuchtigkeit |
| Empfindlichkeit | gängige Hybriden sind häufig gut an Wohnräume anpassbar | einige Samtblattarten reagieren empfindlicher auf starke Schwankungen |
| Substrat | locker, luftig und gut drainierend | besonders strukturstabil und an die Wuchsform angepasst |
| Vermehrung | häufig durch Teilung oder Ableger | je nach Wuchsform durch Teilung, Ableger, Stamm- oder Rhizomstücke |
| Zierwert | Blütenstände und glänzende Blätter | Form, Zeichnung und Oberfläche der Blätter |
Anthurium Pflege auf einen Blick
Die grundlegenden Ansprüche beider Gruppen sind ähnlich:
| Pflegebereich | Empfehlung |
| Standort | hell mit indirektem oder gefiltertem Licht |
| Direkte Sonne | intensive Mittagssonne vermeiden |
| Temperatur | warm und möglichst gleichmäßig |
| Gießen | obere Substratschicht leicht antrocknen lassen |
| Luftfeuchtigkeit | normale bis erhöhte Luftfeuchtigkeit |
| Substrat | locker, strukturstabil und gut drainierend |
| Düngen | während des aktiven Wachstums regelmäßig und moderat |
| Umtopfen | bei starkem Wurzelwachstum oder verbrauchtem Substrat |
| Vermehrung | abhängig von Art und Wuchsform |
Anthurien bevorzugen Wärme, helles indirektes Licht und ein feuchtes, aber gut drainiertes Substrat. Dauerhaft nasse Erde und kalte Zugluft vertragen sie dagegen schlecht.
Der richtige Standort für Anthurien
Ein Anthurium steht am besten hell, erhält aber keine dauerhaft intensive Mittagssonne. Ein Platz an einem Ost- oder Westfenster ist häufig gut geeignet. An einem Südfenster kannst du die Pflanze mit etwas Abstand zur Scheibe aufstellen oder das Licht durch einen hellen Vorhang filtern.
Zu viel direkte Sommersonne kann helle, gelbliche oder später braune Verbrennungen auf den Blättern verursachen. An einem sehr dunklen Standort wächst die Anthurie dagegen langsamer. Blüten-Anthurien bilden dort häufig weniger neue Blütenstände.
Standortunterschiede zwischen Blüten- und Blattschmuck-Anthurien
Blüten-Anthurien benötigen ausreichend Licht, damit sie regelmäßig neue Blütenstände bilden können. Stehen sie dauerhaft zu dunkel, entwickeln sie möglicherweise weiterhin Blätter, blühen aber seltener.
Auch Blattschmuck-Anthurien brauchen einen hellen Standort. Dunkle oder samtige Blätter bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze mit wenig Licht auskommt. Intensive direkte Sonne kann die empfindliche Blattoberfläche jedoch dauerhaft beschädigen.
| Beobachtung | Blüten-Anthurie | Blattschmuck-Anthurie |
| Standort zu dunkel | wenige oder keine neuen Blütenstände | kleinere Blätter, längere Blattstiele oder langsames Wachstum |
| Standort zu sonnig | helle oder braune Blattflecken | Verbrennungen auf den auffälligen Schmuckblättern |
| passende Bedingungen | regelmäßige Blatt- und Blütenbildung | kräftige, arttypisch geformte Blätter |
Gewöhne deine Anthurie langsam an einen helleren Standort. Das gilt besonders nach dem Kauf, nach dem Winter oder nach einem Wechsel von einem dunklen an ein sonnigeres Fenster.
Mehr darüber, wie du direktes und indirektes Licht richtig einschätzt, erfährst du in unserem Ratgeber Zimmerpflanzen und direktes Licht.
Welche Temperatur braucht ein Anthurium?
Anthurien mögen gleichmäßige Wärme. Normale Zimmertemperaturen sind in der Regel gut geeignet, solange die Pflanze nicht direkt an einer kalten Fensterscheibe oder in Zugluft steht.
Ein Bereich von ungefähr 18 bis 27 °C ist für viele Anthurien eine gute Orientierung. Die Royal Horticultural Society nennt für die Gattung einen bevorzugten Bereich von etwa 16 bis 30 °C. Temperaturen um 10 °C oder darunter können bereits Schäden verursachen.
Achte besonders im Winter darauf, dass:
- die Blätter keine kalte Fensterscheibe berühren,
- die Pflanze beim Lüften nicht in kalter Zugluft steht,
- der Topf nicht direkt auf einem sehr kalten Boden steht,
- das Gießwasser ungefähr Zimmertemperatur hat.
Welche Luftfeuchtigkeit braucht ein Anthurium?
Viele Anthurien profitieren von einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Das gilt besonders für Blattschmuckarten mit samtigen oder dünnen Blättern.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du die Blätter ständig besprühen musst. Das Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit meist nur kurzfristig. Bleiben die Blätter lange nass, können zudem Wasserflecken oder Blattflecken begünstigt werden. Besonders samtige Blätter solltest du möglichst trocken halten.
Sinnvoller sind:
- ein Standort ohne direkte Heizungsluft,
- mehrere Pflanzen in einer Gruppe,
- ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit,
- ein Luftbefeuchter bei nachweislich sehr trockener Raumluft,
- leichte Luftbewegung ohne kalte Zugluft,
- regelmäßiges Abwischen glatter, staubiger Blätter.
Bei samtigen Anthurium-Blättern solltest du besonders vorsichtig vorgehen. Verwende ein sehr weiches, trockenes oder nur minimal angefeuchtetes Tuch und reibe nicht kräftig über die Blattoberfläche.
Anthurium richtig gießen
Beim Gießen solltest du dich nicht an einen festen Wochentag halten. Kontrolliere stattdessen das Substrat.
Fühlt sich die obere Substratschicht noch deutlich feucht an, kannst du mit dem Gießen warten. Ist sie leicht angetrocknet, gießt du gründlich, bis unten etwas Wasser aus den Abflusslöchern läuft. Überschüssiges Wasser im Übertopf oder Untersetzer solltest du anschließend entfernen.
Anthurien bevorzugen ein leicht feuchtes, aber gut belüftetes Substrat. Bleibt die Erde dauerhaft nass, fehlt den Wurzeln Sauerstoff und das Risiko für Wurzelschäden steigt. Vollständig und über längere Zeit austrocknen sollte der Wurzelballen allerdings ebenfalls nicht.
Wie häufig muss eine Anthurie gegossen werden?
Wie schnell das Substrat trocknet, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Licht und Jahreszeit
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Topfgröße
- Zusammensetzung des Substrats
- Größe der Pflanze
- Menge und Zustand der Wurzeln
Im Sommer kann deine Anthurie deshalb deutlich häufiger Wasser benötigen als im lichtarmen Winter. Kontrolliere die Feuchtigkeit vor jedem Gießen, statt einen festen Rhythmus einzuhalten.
Ein transparenter Pflanztopf hilft dir dabei, Wurzeln und Feuchtigkeit besser zu beobachten. Er zeigt dir beispielsweise, ob das Substrat im unteren Topfbereich noch feucht ist, obwohl es an der Oberfläche bereits trocken wirkt. Die Kontrolle mit dem Finger oder einem Holzstäbchen ersetzt er aber nicht vollständig.
Gibt es Unterschiede beim Gießen?
Blüten- und Blattschmuck-Anthurien mögen weder einen dauerhaft nassen Wurzelballen noch regelmäßige vollständige Trockenheit.
Bei empfindlichen Blattschmuckarten ist eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung besonders hilfreich. Starke Schwankungen können sich durch eingerollte Blattränder, braune Spitzen oder stockendes Wachstum bemerkbar machen.
Das bedeutet nicht, dass Blattschmuck-Anthurien grundsätzlich häufiger gegossen werden müssen. Entscheidend ist immer, wie schnell das jeweilige Substrat trocknet.
Prüfe deshalb:
- die Feuchtigkeit im Topf
- den Zustand der Wurzeln
- die Größe des Topfes
- die Temperatur
- das vorhandene Licht
- und die Luftfeuchtigkeit
Gieße möglichst direkt auf das Substrat und nicht über die Blätter. Bei samtigen Blattschmuck-Anthurien können Wassertropfen sichtbare Rückstände hinterlassen.
Braucht ein Anthurium kalkarmes Wasser?
Anthurien können auf sehr hartes oder stark mineralhaltiges Wasser empfindlich reagieren. Das bedeutet nicht, dass Leitungswasser grundsätzlich ungeeignet ist.
Achte auf folgende Hinweise:
- weiße Ablagerungen auf dem Substrat
- Kalkflecken auf den Blättern
- wiederkehrende braune Blattspitzen
- deutliche Krusten am Topfrand
- auffällige Ablagerungen an den Wurzeln
Treten diese Probleme regelmäßig auf, kannst du Leitungswasser mit weicherem Wasser mischen oder Regenwasser beziehungsweise gefiltertes Wasser verwenden. Das Wasser sollte ungefähr Zimmertemperatur haben.
Mehr über Wasserhärte, Salzablagerungen und Messwerte findest du in unserem Ratgeber pH-Wert, EC-Wert und Wasserqualität bei Zimmerpflanzen.
Das passende Substrat und Anthurium umtopfen
Die richtige Anthurium Erde sollte Wasser speichern können und gleichzeitig ausreichend Luft an die Wurzeln lassen. Sehr feine oder stark verdichtete Blumenerde bleibt häufig zu lange nass.
Viele Anthurien wachsen in ihrer natürlichen Umgebung epiphytisch oder in sehr lockeren organischen Materialien. Ihre Wurzeln sind daher an eine Kombination aus Feuchtigkeit und guter Belüftung angepasst. Für die Topfkultur wird ein offenes, schnell drainierendes und eher leicht saures Substrat empfohlen.
Ein geeignetes Anthurium-Substrat sollte:
- locker und strukturstabil sein
- überschüssiges Wasser gut ableiten
- Feuchtigkeit speichern, ohne zu vernässen
- ausreichend Luftporen enthalten
- nicht innerhalb kurzer Zeit stark zusammensacken
Welche Bestandteile eignen sich für Anthurium Erde?
| Bestandteil | Mögliche Funktion im Substrat |
| Pinienrinde | schafft grobe Struktur und Luftzwischenräume |
| Perlite oder Bims | verbessert Belüftung und Wasserabfluss |
| Kokosmark | speichert Feuchtigkeit |
| Vermiculite | speichert Wasser und Nährstoffe |
| Rindenhumus | liefert feinere organische Bestandteile |
| Pflanzenkohle | kann Struktur und Nährstoffpufferung unterstützen |
Unser gebrauchsfertiger Aroid Mix für Monstera, Philodendron und Anthurium enthält unter anderem Kokosmark, Pinienrinde, Perlite, Vermiculite, Rindenhumus und Pflanzenkohle. Die Mischung kombiniert grobe, luftige Bestandteile mit wasserspeichernden Komponenten.
Brauchen Blüten- und Blattschmuck-Anthurien dieselbe Erde?
Ein lockeres Aroid-Substrat eignet sich grundsätzlich für beide Gruppen. Die genaue Zusammensetzung und das Pflanzgefäß solltest du jedoch an die Wuchsform und deine Bedingungen zu Hause anpassen.
Blüten-Anthurien kommen häufig mit einer ausgewogenen Mischung aus feuchtigkeitsspeichernden und groben Bestandteilen zurecht.
Bei empfindlichen Blattschmuck-Anthurien ist ein luftiger, strukturstabiler Wurzelbereich besonders wichtig. Eine hohe Luftfeuchtigkeit gleicht ein dauerhaft nasses oder verdichtetes Substrat nicht aus.
| Pflanzentyp | Worauf du achten solltest |
| kompakte Blüten-Anthurie | ausgewogenes Verhältnis aus Wasserspeicherung und Drainage |
| samtige Blattschmuck-Anthurie | luftiges Substrat ohne lang anhaltende Nässe |
| Anthurie mit kriechendem Rhizom | eher breiter Topf und Platz in Wuchsrichtung |
| kletternde Anthurie | luftiges Substrat und gegebenenfalls eine passende Rankhilfe |
Prüfe vor dem Umtopfen die tatsächliche Wuchsform deiner Anthurie. Nicht jede Blattschmuck-Anthurie wächst kriechend oder kletternd.
Wann solltest du ein Anthurium umtopfen?
Ein Umtopfen ist sinnvoll, wenn:
- viele Wurzeln aus den Abflusslöchern wachsen,
- der Wurzelballen den Topf weitgehend ausfüllt,
- Wasser kaum noch in das Substrat eindringt,
- das Substrat stark zusammengesackt ist,
- die Erde ungewöhnlich lange nass bleibt,
- sich viele Salz- oder Kalkablagerungen gebildet haben,
- Wurzelfäule oder andere akute Wurzelprobleme auftreten.
Gesunde Anthurien werden am besten während einer aktiven Wachstumsphase umgetopft. Das Frühjahr und der frühe Sommer eignen sich meist besonders gut. Bei faulenden Wurzeln solltest du allerdings nicht auf eine bestimmte Jahreszeit warten.
Anthurium umtopfen: Schritt für Schritt
-
Passenden Topf auswählen
Wähle einen Topf mit Abflusslöchern, der nur wenige Zentimeter größer als der bisherige Wurzelballen ist. In einem deutlich zu großen Topf bleibt ungenutztes Substrat oft lange feucht. -
Pflanze vorsichtig herausnehmen
Drücke einen Kunststofftopf leicht zusammen. Ziehe nicht kräftig an Blättern oder Blattstielen. -
Altes Substrat lockern
Entferne nur das Substrat, das sich leicht lösen lässt. Gesunde Wurzeln müssen beim normalen Umtopfen nicht vollständig freigelegt werden. -
Wurzeln kontrollieren
Gesunde Wurzeln fühlen sich fest an. Dunkle, weiche, matschige oder unangenehm riechende Wurzeln solltest du mit einem sauberen Werkzeug entfernen. -
Anthurium einsetzen
Setze die Pflanze ungefähr auf derselben Höhe wie vorher ein. Die Pflanzenbasis und vorhandene Wachstumspunkte sollten nicht tief im feuchten Substrat verschwinden. -
Mit Substrat auffüllen
Verteile das neue Substrat locker um den Wurzelballen. Drücke es nicht stark zusammen. -
Vorsichtig angießen
Gieße so, dass sich das Substrat um die Wurzeln setzt. Überschüssiges Wasser muss anschließend vollständig ablaufen können.
Nach dem Umtopfen stellst du die Anthurie hell und warm, aber ohne intensive direkte Sonne auf. Halte das Substrat kontrolliert feucht und verzichte zunächst auf zusätzliche starke Düngergaben.
Bei verfaulten oder stark geschädigten Wurzeln findest du weitere Hinweise in unserem Beitrag Wurzelfäule erkennen und behandeln.
Anthurium düngen
Beim Anthurium Düngen gilt: Mehr Dünger führt nicht automatisch zu mehr Wachstum, größeren Blättern oder mehr Blüten. Zu hohe Düngermengen können sich als Salze im Substrat anreichern und empfindliche Wurzeln belasten.
Dünge vor allem dann, wenn die Pflanze aktiv wächst und regelmäßig neue Blätter oder Blütenstände bildet. In lichtarmen Phasen benötigt sie normalerweise weniger Nährstoffe. Steht sie unter einer geeigneten Pflanzenlampe und wächst auch im Winter weiter, kann eine vorsichtige Nährstoffversorgung sinnvoll bleiben.
| Situation | Empfehlung |
| aktives Wachstum | regelmäßig nach Herstellerangabe düngen |
| langsames Winterwachstum | Düngung reduzieren oder pausieren |
| trockener Wurzelballen | nicht direkt konzentriert düngen |
| faulende oder geschädigte Wurzeln | zunächst das Wurzelproblem beheben |
| frisch umgetopfte Pflanze | vorhandene Vordüngung des Substrats berücksichtigen |
| weiße Krusten auf dem Substrat | Wasserqualität und Düngermenge prüfen |
Du kannst einen niedrig dosierten Flüssigdünger oder einen geeigneten Langzeitdünger verwenden. Entscheidend ist, dass du die Dosierungsangaben beachtest und verschiedene Dünger nicht unkontrolliert miteinander kombinierst.
Der PlantMe Zimmerpflanzen-Langzeitdünger für Monstera, Philodendron und andere Aroiden gibt seine Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab.
Düngen für Blüten oder große Blätter
Blüten-Anthurien benötigen für eine regelmäßige Blütenbildung ausreichend Licht und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Ein besonders hoch dosierter Blütendünger ist dafür nicht automatisch notwendig. Zu viel Dünger kann die Wurzeln belasten und damit auch die Blütenbildung beeinträchtigen.
Bei Blattschmuck-Anthurien sollte die Düngung ein gleichmäßiges, gesundes Wachstum unterstützen. Sehr große Blätter entstehen nicht allein durch mehr Dünger. Auch folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle:
- Licht
- Wurzelgesundheit
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Wasserversorgung
- Wuchsform
- genetische Eigenschaften der Art oder Sorte
Dünge deshalb nach dem tatsächlichen Wachstum deiner Pflanze und nicht nur danach, ob du eine Blüten- oder Blattschmuck-Anthurie besitzt.
Anthurium vermehren
Anthurien lassen sich abhängig von Art und Wuchsform durch Teilung, Ableger sowie Stamm- oder Rhizomstücke vermehren.
Buschig wachsende Blüten-Anthurien bilden häufig Seitentriebe und lassen sich deshalb gut teilen. Bei Blattschmuck-Anthurien hängt die passende Methode stärker vom Aufbau der Pflanze ab. Arten mit einem erkennbaren Stamm können teilweise über Stammstücke vermehrt werden, während sich bei rhizombildenden Pflanzen passende Rhizomabschnitte eignen.
| Methode | Geeignet für | Schwierigkeitsgrad |
| Teilung | mehrtriebige Blüten- und Blattschmuck-Anthurien | einfach |
| Ableger abtrennen | Pflanzen mit bewurzelten Seitentrieben | einfach |
| Rhizomstück | Arten mit erkennbarem Rhizom | mittel |
| Stammstück | Arten mit deutlichem Stamm und Wachstumspunkt | mittel |
| Aussaat | frische, reife Samen | anspruchsvoll und langsam |
Anthurium durch Teilung vermehren
Die Teilung lässt sich gut mit dem Umtopfen verbinden.
- Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Topf.
- Entferne lockeres Substrat, bis du die einzelnen Triebe und Wurzelbereiche erkennen kannst.
- Suche nach natürlich getrennten Pflanzenteilen mit eigenen Wurzeln.
- Ziehe die Teile vorsichtig auseinander.
- Sind sie stark miteinander verbunden, trenne sie mit einem sauberen, scharfen Messer.
- Jedes Teilstück sollte mindestens einen gesunden Trieb und ausreichend Wurzeln besitzen.
- Setze die Teilstücke in kleine Töpfe mit luftigem Anthurium-Substrat.
- Stelle sie hell und warm, aber ohne intensive direkte Sonne auf.
Halte das Substrat während der Anwachsphase leicht feucht. Vermeide jedoch dauerhaft durchnässte Erde.
Anthurium durch Ableger vermehren
Einige Anthurien bilden an der Pflanzenbasis kleine Seitentriebe. Besitzt ein solcher Ableger bereits eigene Wurzeln, kannst du ihn beim Umtopfen vorsichtig von der Mutterpflanze trennen.
Gehe dabei so vor:
- Lege den Übergang zwischen Mutterpflanze und Ableger frei.
- Prüfe, ob der Ableger bereits eigene Wurzeln besitzt.
- Trenne ihn mit einem sauberen Werkzeug ab.
- Pflanze ihn in einen kleinen Topf mit lockerem Substrat.
- Halte ihn warm und gleichmäßig leicht feucht.
Je kleiner das vorhandene Wurzelsystem ist, desto wichtiger ist ein kleiner, gut passender Topf. In einem zu großen Gefäß bleibt das Substrat schnell zu lange nass.
Anthurium durch Stamm- oder Rhizomstücke vermehren
Diese Methode eignet sich nur für Anthurien, deren Wuchsform passende Abschnitte mit einem erkennbaren Wachstumspunkt bildet.
So gehst du vor:
- Wähle einen gesunden Abschnitt mit mindestens einem Wachstumspunkt.
- Schneide ihn mit einem sauberen, scharfen Werkzeug ab.
- Entferne beschädigte oder faulige Pflanzenteile.
- Lege oder setze den Abschnitt in leicht feuchtes Sphagnum oder ein sehr luftiges Anzuchtsubstrat.
- Stelle ihn warm und hell auf, aber nicht in starke direkte Sonne.
- Halte das Medium leicht feucht und sorge regelmäßig für Frischluft.
- Topfe die Jungpflanze in Anthurium-Substrat, sobald sie ein stabiles eigenes Wurzelsystem gebildet hat.
Für die übliche vegetative Vermehrung brauchst du einen bewurzelten Pflanzenteil oder einen Abschnitt mit Wachstumspunkt. Ein einzelnes Anthurium-Blatt ohne geeigneten Stamm- oder Rhizomabschnitt reicht in der Regel nicht aus, um eine vollständige neue Pflanze zu bilden.
Typische Probleme bei der Anthurium Pflege
Ein einzelnes Symptom hat nicht immer nur eine mögliche Ursache. Prüfe deshalb zuerst Standort, Substrat und Wurzeln, bevor du die Pflege stark veränderst.
| Beobachtung | Mögliche Ursachen | Was du prüfen solltest |
| mehrere gelbe Blätter | zu nasses Substrat, Wurzelschaden, Lichtmangel oder Nährstoffproblem | Substratfeuchtigkeit, Wasserablauf und Wurzeln |
| braune Blattspitzen | trockene Luft, unregelmäßiges Gießen, hartes Wasser oder Salzansammlung | Luftfeuchtigkeit, Wasserqualität und Düngung |
| helle, trockene Flecken | zu viel direkte Sonne | Abstand zum Fenster und Sonneneinstrahlung |
| Anthurium blüht nicht | zu wenig Licht, geschwächte Wurzeln oder ungeeignete Versorgung | Standort, Wurzeln und aktuelles Wachstum |
| Blätter hängen | Trockenheit oder geschädigte, zu nasse Wurzeln | Substrat vor dem Gießen kontrollieren |
| schwarze, weiche Wurzeln | Wurzelfäule | Pflanze austopfen und Wurzeln prüfen |
| klebrige Stellen oder Gespinste | möglicher Schädlingsbefall | Blattunterseiten, Blattachseln und junge Triebe |
| braune oder schwarze Blattflecken | Sonnenbrand, Kälteschaden, nasse Blätter oder Krankheit | Standort, Feuchtigkeit und Ausbreitung beobachten |
| verformte neue Blätter | ungünstige Luftfeuchtigkeit, Wurzelstress oder Schädlinge | Wurzeln, Blattunterseiten und Wachstumsbedingungen |
Wurzelfäule, Blattflecken sowie Schädlinge wie Wollläuse, Schildläuse oder Spinnmilben gehören zu den möglichen Problemen bei Anthurien. Besonders dauerhaft nasses Substrat erhöht das Risiko für Wurzelschäden.
Warum bekommt das Anthurium gelbe Blätter?
Ein einzelnes älteres Blatt kann sich im Rahmen der natürlichen Alterung gelb verfärben. Werden mehrere Blätter gleichzeitig gelb und ist das Substrat noch nass, solltest du die Wurzeln kontrollieren.
Gelbe Blätter bedeuten allerdings nicht automatisch, dass zu viel gegossen wurde. Auch folgende Ursachen sind möglich:
- zu wenig Licht
- beschädigte Wurzeln
- verdichtetes Substrat
- Nährstoffmangel
- starke Temperaturschwankungen
- Schädlingsbefall
Prüfe immer das Gesamtbild der Pflanze. Gieße nicht automatisch nach, nur weil die Blätter hängen oder gelb werden.
Warum bekommt die Anthurie braune Blattspitzen?
Braune Blattspitzen können bei ungünstiger Luftfeuchtigkeit, wechselnder Wasserversorgung oder einer erhöhten Salzbelastung im Substrat auftreten.
Prüfe:
- Steht die Pflanze direkt über einer Heizung?
- Trocknet der Wurzelballen regelmäßig vollständig aus?
- Wird sehr hartes Wasser verwendet?
- Wurde möglicherweise zu stark gedüngt?
- Gibt es weiße Ablagerungen auf Substrat oder Topf?
- Sind die Wurzeln gesund?
Bereits braune Blattbereiche werden nicht wieder grün. Schneide sie nur ab, wenn sie dich optisch stören. Achte darauf, nicht weit in das gesunde Blattgewebe zu schneiden.
Warum blüht meine Anthurium nicht?
Eine Blüten-Anthurie bildet häufig weniger Blüten, wenn sie zu dunkel steht. Auch geschädigte Wurzeln, ein zu großer Topf, ungeeignete Düngung oder eine allgemeine Schwächung können die Blütenbildung beeinträchtigen.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Standort und Licht prüfen.
- Substratfeuchtigkeit kontrollieren.
- Wurzeln auf Schäden untersuchen.
- Düngung und Wasserqualität überprüfen.
- Pflanze während der Wachstumsphase beobachten.
Versuche nicht, eine geschwächte Anthurie durch besonders viel Dünger zum Blühen zu bringen. Löse zuerst mögliche Probleme bei Licht, Wurzeln und Wasserversorgung.
FAQ
Wie oft muss ich meine Anthurie gießen?
Gieße nicht nach einem festen Zeitplan. Warte, bis die obere Substratschicht leicht angetrocknet ist, und gieße anschließend gründlich. Überschüssiges Wasser muss aus dem Topf ablaufen können.
Welcher Standort ist für Anthurien ideal?
Ideal ist ein warmer, heller Platz mit indirektem oder gefiltertem Licht. Intensive Mittagssonne, kalte Zugluft und ein dauerhaft dunkler Standort sind ungeeignet.
Welche Erde braucht eine Anthurie?
Anthurien brauchen ein luftiges, strukturstabiles und gut drainierendes Substrat, das Feuchtigkeit speichern kann, ohne dauerhaft nass zu bleiben. Geeignet sind Aroid-Mischungen mit beispielsweise Rinde, Kokosmark und mineralischen Bestandteilen.
Blühen Blattschmuck-Anthurien ebenfalls?
Ja. Auch Blattschmuck-Anthurien bilden Blütenstände aus Hochblatt und Kolben. Diese sind im Vergleich zu ihren auffälligen Blättern häufig eher unscheinbar.
Sind Blattschmuck-Anthurien schwieriger zu pflegen?
Das hängt von der Art ab. Viele seltenere Blattschmuck-Anthurien benötigen sehr gleichmäßige Bedingungen und profitieren von höherer Luftfeuchtigkeit. Gängige Blüten-Hybriden kommen mit normalen Wohnraumbedingungen häufig leichter zurecht.
Trotzdem solltest du nicht alle Blattschmuck-Anthurien gleich behandeln. Informiere dich nach Möglichkeit über die genaue Art und ihre Wuchsform.
Muss eine Anthurie an einen Moosstab?
Eine durchwurzelbare Rankhilfe kann für tatsächlich kletternde Anthurien sinnvoll sein. Arten mit einem kriechenden Rhizom benötigen dagegen eher einen breiten Topf und ausreichend Platz in Wuchsrichtung.
Wann sollte man eine Anthurie umtopfen?
Topfe die Pflanze um, wenn der Wurzelballen den Topf weitgehend ausfüllt, viele Wurzeln aus den Abflusslöchern wachsen oder das Substrat stark verdichtet ist. Auch bei Wurzelfäule oder einer deutlichen Salzansammlung kann ein früheres Umtopfen nötig sein.
Kann man eine Anthurie teilen?
Ja. Mehrtriebige Anthurien lassen sich häufig beim Umtopfen teilen. Jedes Teilstück sollte eigene gesunde Wurzeln und mindestens einen kräftigen Trieb oder Wachstumspunkt besitzen.
Ist die Anthurie giftig?
Anthurien sollten außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren stehen. Beim Kauen oder Verschlucken können unter anderem Reizungen und Schwellungen im Mund, starkes Speicheln, Schluckbeschwerden oder Erbrechen auftreten. Der Pflanzensaft kann außerdem Haut und Augen reizen. Trage beim Schneiden oder Teilen empfindlicher Pflanzen am besten Handschuhe und wasche anschließend deine Hände.
Fazit
Die Anthurium Pflege gelingt am besten, wenn Licht, Wasser und Substrat zusammenpassen. Stelle deine Anthurie hell und warm auf, schütze sie vor intensiver Mittagssonne und gieße erst nach einer Kontrolle des Substrats.
Bei Blüten-Anthurien unterstützt ausreichend Licht die Bildung neuer Blütenstände. Bei Blattschmuck-Anthurien solltest du zusätzlich die genaue Art und Wuchsform berücksichtigen. Samtige, kompakte, kriechende und kletternde Arten können unterschiedliche Anforderungen an Luftfeuchtigkeit, Topf und Rankhilfe stellen.
Ein lockeres Aroid-Substrat sorgt dafür, dass Feuchtigkeit gespeichert wird und gleichzeitig Luft an die Wurzeln gelangt. Ergänzt durch eine moderate Düngung, rechtzeitiges Umtopfen und eine passende Vermehrungsmethode kann sich deine Anthurie langfristig gesund entwickeln.







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