Monstera deliciosa Borsigiana: Die kleine Schwester der Monstera deliciosa Large Form?

Zwei unterschiedlich wachsende Monstera deliciosa mit großen, gefensterten Blättern stehen in Terrakottatöpfen in einem hellen Wohnzimmer.

Wenn du Monsteras im Handel siehst oder dich in der Pflanzen-Community über sie informierst, begegnen dir schnell verschiedene Bezeichnungen: Monstera deliciosa, der Beiname "Borsigiana", „Large Form“, „Small Form“ oder sogar „echte Monstera“.

Dabei bleibt häufig unklar, worin der Unterschied eigentlich besteht.

In diesem Artikel klären wir, was hinter den einzelnen Bezeichnungen steckt, wie sich die beschriebenen Wuchsformen unterscheiden und warum das überhaupt wichtig ist.

Denn für die Pflege sind diese Unterscheidungen meist nicht besonders wichtig. Bei der Wahl des Moosstabs lohnt sich ein genauerer Blick trotzdem.


Inhaltsverzeichnis

  • Ist die Monstera deliciosa Borsigiana eine eigene Art?
  • Large Form und Small Form im Vergleich
  • Warum die Wuchsform für den Moosstab wichtig ist
  • Warum beide Monsteras „echt“ sind
  • FAQ
  • Fazit


Ist die Monstera deliciosa Borsigiana eine eigene Art?

Kurz gesagt: Nein.
Monstera deliciosa Borsigiana und Monstera deliciosa var. Borsigiana gelten heute als Synonyme von Monstera deliciosa, nicht als eigene Art oder anerkannte Varietät.
Ein Synonym ist in der Botanik ein früher verwendeter wissenschaftlicher Name, der heute einer bereits anerkannten Art zugeordnet wird.

Die Bezeichnungen sind daher nicht mehr aktuell, bleiben als Kennzeichnung für einen bestimmten Wuchstyp aber nützlich.

Verwirrung entsteht vor allem dadurch, dass diese historischen Bezeichnungen, aktuelle botanische Namen und Begriffe aus dem Pflanzenhandel miteinander vermischt werden. 



Large Form und Small Form im Vergleich

Auch „Large Form“ und „Small Form“ sind keine anerkannten botanischen Einteilungen. Die Begriffe beschreiben lediglich häufig beobachtete Wuchsmerkmale:

Merkmal „Large Form“ „Small Form“ / „Borsigiana“
Wuchs kompakter und kräftiger gestreckter und schlanker
Internodien meist kürzer häufig länger
Höhenwachstum eher kompakt wirkt durch die größeren Abstände zwischen den Blättern schneller hochwachsend
Blattgröße sehr hohes Potenzial für große Blätter kann ebenfalls sehr große Blätter entwickeln; im Handel oft als kleiner beschrieben
Blattansatz / Geniculum am Übergang vom Blattstiel zur Blattspreite häufig stärker gewellt oder geriffelt beschrieben (Rüschen) häufig glatter beschrieben; besonders bei jungen Blättern ist der Unterschied nicht immer deutlich und sollte deshalb nur als Hinweis, nicht als sicheres Bestimmungsmerkmal gelten

Kurz erklärt: Internodien sind die Abstände zwischen zwei Wachstumsknoten am Stamm. An diesen Knoten, auch Nodien genannt, können Blätter, Luftwurzeln oder neue Triebe entstehen.

Wichtig: Die Merkmale sind nicht immer eindeutig. Auch Licht, Alter, Wurzelentwicklung und Rankhilfe beeinflussen das Aussehen. Deshalb lässt sich eine Monstera nicht immer sicher einordnen.


Warum die Wuchsform für den Moosstab wichtig ist

Bei einer jungen Monstera deliciosa wirkt ein großer Moosstab anfangs überdimensioniert. Der Stamm ist noch schmal, die Blätter sind überschaubar und ein XL Moosstab scheint zunächst auszureichen.

Bei einer „Large Form“ kann sich das jedoch schnell ändern:

  • Der Stamm wird mit der Zeit deutlich kräftiger.
  • Die Blattstiele werden länger.
  • Jedes neue Blatt bringt zusätzliches Gewicht mit.
  • Das wachsende Wurzelsystem benötigt zunehmend mehr Platz.

Wird der Moosstab von Anfang an zu klein gewählt, kann die Pflanze ihn später möglicherweise nicht mehr effektiv nutzen. Ein Wechsel auf einen größeren Durchmesser ist zwar möglich, wird aber schwieriger, sobald die Luftwurzeln in das Moos eingewachsen sind.

Für eine Monstera, die langfristig sehr groß werden soll, empfehlen wir deshalb den Giga Moosstab. Er bietet einer kräftigen Pflanze:

  • eine breite Fläche zum Anwachsen,
  • viel Raum für das wachsende Wurzelsystem,
  • mehr Volumen für feuchtes Moos,
  • längere Abstände zwischen dem Bewässern.

Eine Monstera deliciosa var. Borsigiana kann, abhängig von der gewünschten Endgröße, auch gut an einem XL Moosstab wachsen. Möchtest du deine Monstera jedoch langfristig groß aufbauen, solltest du den Giga Moosstab möglichst von Anfang an wählen und nicht erst dann, wenn die Pflanze bereits zu groß für ihre bisherige Rankhilfe geworden ist.


Monstera deliciosa vs. Borsigiana: Warum beide Monsteras „echt“ sind

Im Zusammenhang mit der Monstera Large Form fällt häufig der Ausdruck „echte Monstera deliciosa“.

Aber auch wenn die klassische Monstera deliciosa früher benannt wurde, sind beide Bezeichnungen historisch und seit weit über 100 Jahren bekannt.
Die Monstera deliciosa Borsigiana ist also keine moderne Züchtung oder unechte Monstera.

Sie ist nur ein Beweis für die Vielfältigkeit der Natur.


FAQ

Ist Monstera deliciosa Borsigiana eine eigene Pflanzenart?

Nein. Monstera borsigiana und Monstera deliciosa var. borsigiana werden heute als Synonyme von Monstera deliciosa geführt.

Woran erkenne ich eine Monstera Large Form?

Typische Hinweise sind ein kräftiger Stamm, kurze Internodien und ein hohes Potenzial für sehr große Blätter. Bei einer jungen Pflanze sind diese Merkmale jedoch oft noch nicht deutlich ausgeprägt.

Kann eine Monstera deliciosa Borsigiana große Blätter bekommen?

Ja. Viel helles, indirektes Licht, eine gute Wurzelentwicklung und ein geeigneter Moosstab unterstützen die Entwicklung größerer Blätter. Mehr dazu erfährst du im Artikel Warum bekommt meine Monstera keine Löcher?.

Welcher Moosstab eignet sich für eine Monstera Large Form?

Wer eine "Large Form" groß ziehen möchte, ist mit dem Moosstab Giga perfekt auf das spätere Gewicht und den kräftigeren Stamm vorbereitet.


Fazit

Die Monstera deliciosa Borsigiana ist keine unechte oder schlechtere Monstera. Sie ist lediglich eine Wuchsform der Monstera deliciosa.

Für die grundsätzliche Pflege spielt die genaue Bezeichnung nur eine kleine Rolle. Wichtiger sind Licht, Substrat, Nährstoffe und eine Rankhilfe, die zur langfristigen Entwicklung der Pflanze passt. So können beide Monsteras groß und eindrucksvoll werden.

Weiterlesen: Monstera Pflege

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