Pflegemythen-Check: Dünger aus Bananenschalen

Monstera adansonii an einem mit Moos gefüllten Rankstab neben einem Teller mit Bananenschalen und einer Glaskaraffe mit eingeweichten Bananenschalen.

Bananenschalen wegwerfen, obwohl darin noch wertvolle Nährstoffe stecken? Das klingt verschwenderisch.

Deshalb kursiert seit Jahren ein beliebter Pflanzentipp: Bananenschalen sollen sich in Wasser einlegen, auskochen, trocknen oder direkt in die Blumenerde stecken lassen.
Der daraus entstehende „Bananendünger“ soll Zimmerpflanzen mit Kalium versorgen und für kräftiges Wachstum oder mehr Blüten sorgen.

Aber funktioniert Dünger aus Bananenschalen wirklich?

 

Inhaltsverzeichnis

  • Der Mythos
  • Welche Nährstoffe enthalten Bananenschalen?
  • Warum ist Kalium allein noch kein guter Dünger?
  • Was passiert bei der Herstellung von Bananenwasser?
  • Die verschiedenen Methoden im Vergleich
  • Unser Pflegemythen-Urteil
  • FAQ
  • Fazit


Der Mythos

Die Idee hinter dem Hausmittel klingt zunächst logisch: Eine Banane enthält verschiedene Mineralstoffe. Wenn sich ihre Schale zersetzt oder in Wasser eingelegt wird, sollen diese Stoffe wieder freigesetzt werden und anderen Pflanzen zur Verfügung stehen.

Besonders häufig wird dabei Kalium genannt. 
Kalium gehört neben Stickstoff und Phosphor zu den Hauptnährstoffen, die Pflanzen in größeren Mengen benötigen.

Das erste Problem des Hausmittels ist also bereits sein Name: "Dünger aus Bananenschalen" klingt nach einer vollständigen Nährstoffversorgung. Tatsächlich handelt es sich höchstens um eine schwer einschätzbare Ergänzung.


Welche Nährstoffe enthalten Bananenschalen?

Bananenschalen enthalten unter anderem:

  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • kleinere Mengen weiterer Mineralstoffe
  • Zucker und andere Kohlenhydrate
  • Cellulose, Hemicellulose und Lignin

Die genaue Zusammensetzung ist jedoch nicht bei jeder Schale gleich.
Sie kann unter anderem von Bananensorte, Reifegrad, Anbau und Aufbereitung abhängen. 

 

Warum ist Kalium allein noch kein guter Dünger?

Pflanzen nehmen Nährstoffe nicht direkt aus einem Stück Schale auf. Die organischen Bestandteile müssen zunächst durch Mikroorganismen zersetzt und in pflanzenverfügbare Formen umgewandelt werden.

Diese Umwandlung kann Tage, Wochen oder deutlich länger dauern. Sie hängt unter anderem von Feuchtigkeit, Temperatur, Sauerstoff, Mikroorganismen und der Größe der Pflanzenreste ab. Gleichzeitig ist nur schwer zu berechnen, wie viele Nährstoffe tatsächlich verfügbar werden.

Auch Pflanzen mit einem höheren Kaliumbedarf profitieren nur dann von zusätzlichem Kalium, wenn tatsächlich ein Mangel oder entsprechender Bedarf besteht. Gleichzeitig benötigen sie weiterhin Stickstoff, Phosphor und weitere Nährstoffe.

Ein Dünger wie unser PlantMe Langzeitdünger besitzt dafür eine genau geprüfte und auf Zimmerpflanzen abgestimmte Zusammensetzung. Er versorgt die Pflanzen in einem ausgewogenen Verhältnis mit Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Magnesium und wichtigen Spurenelementen wie Eisen, Mangan und Zink.

 

Was passiert bei der Herstellung von Bananenwasser?

Für sogenanntes Bananenwasser werden frische Schalen zerschnitten und für einige Stunden oder Tage in Wasser eingelegt. Anschließend wird das Wasser zum Gießen verwendet.

Wasserlösliche Bestandteile können dabei grundsätzlich aus der Schale in das Wasser übergehen. Das Ergebnis besitzt aber keine standardisierte Nährstoffkonzentration.

Je länger die Schalen bei Zimmertemperatur im Wasser stehen, desto stärker setzen außerdem mikrobielle Abbau- und Gärprozesse ein. 

Das Wasser kann:

  • trüb werden
  • unangenehm riechen
  • einen Biofilm bilden (Biofilm ist eine dünne, schleimige Schicht aus Mikroorganismen)

Im Pflanzentopf treffen diese organischen Rückstände dann auf Feuchtigkeit und Wärme.
Gerade bei Zimmerpflanzen ist das ungünstig: Feuchte, organische Bedingungen können Schimmelwachstum fördern und Trauermücken anlocken.


Die verschiedenen Methoden im Vergleich

Methode Was passiert? Einschätzung für Zimmerpflanzen
Bananenschalen kalt einweichen Ein Teil der löslichen Stoffe gelangt ins Wasser Unbekannte und wahrscheinlich geringe Nährstoffkonzentration
Bananenschalen auskochen Wasserlösliche Bestandteile werden schneller extrahiert Weiterhin keine bekannte oder ausgewogene Dosierung
Frische Schalen eingraben Die Schalen zersetzen sich direkt im Topf Risiko für Geruch, Schimmel und Trauermücken
Schalen trocknen und mahlen Wasser wird entfernt, Material wird zerkleinert Besser lagerbar, aber weiterhin schwer berechenbar
Schalen kompostieren Mikroorganismen bauen das Material kontrollierter ab Sinnvollste Verwertung für Garten und Kompost
Ausgewogenen Dünger verwenden Nährstoffe werden in definierter Menge zugeführt Für Zimmerpflanzen am zuverlässigsten


Unser Pflegemythen-Urteil

Der Mythos ist teilweise richtig, wird aber oft stark übertrieben.

Bananenschalen enthalten Mineralstoffe und können nach ihrer Zersetzung einen kleinen Beitrag zu organischem Material und Pflanzennährstoffen leisten. Sie sind also nicht grundsätzlich wertlos.

Unbelegt beziehungsweise irreführend ist jedoch die Vorstellung, dass ein paar eingeweichte oder eingegrabene Schalen einen wirksamen, ausgewogenen und gut dosierbaren Zimmerpflanzendünger ergeben.

Für Zimmerpflanzen gilt deshalb:

  • Bananenschalen sind kein Volldünger
  • Bananenwasser hat keine verlässliche Zusammensetzung
  • Frische Schalen gehören besser nicht direkt in den Pflanzentopf
  • Kompostieren ist sinnvoller als Einweichen
  • Bei erkennbarem Nährstoffbedarf ist ein geeigneter Dünger zuverlässiger


Einen ausgewogenen Dünger wählen

Zimmerpflanzen wachsen in einem begrenzten Topfvolumen. Deshalb ist eine berechenbare Nährstoffversorgung besonders hilfreich.

Ein geeigneter Zimmerpflanzendünger liefert Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie je nach Produkt weitere wichtige Nährstoffe in definierter Menge.

Mehr zur richtigen Auswahl und Dosierung findest du im Beitrag „Monstera düngen".


FAQ

Welche Pflanzen mögen Bananenschalendünger?

Es gibt keine Pflanze, die Bananenschalen als solche benötigt. Pflanzen brauchen bestimmte Nährstoffe nicht ein bestimmtes Küchenprodukt.

Ist Bananenschalendünger gut für Monstera?

Als alleinige Düngung ist er für Monstera nicht geeignet. Monstera benötigen für ihr Wachstum unter anderem eine ausreichende Stickstoffversorgung. Bananenschalen oder Bananenwasser besitzen kein verlässliches Nährstoffverhältnis.

Wie oft darf ich mit Bananenwasser gießen?

Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherte Dosierung oder Anwendungshäufigkeit für Bananenwasser. Empfehlungen wie „einmal pro Woche“ oder „alle zwei Wochen“ berücksichtigen weder die Konzentration der Mischung noch den tatsächlichen Bedarf der Pflanze.

Können Bananenschalen Trauermücken anziehen?

Organische Pflanzenreste, Feuchtigkeit und mikrobielle Zersetzung schaffen Bedingungen, unter denen sich Trauermücken wohlfühlen können. Bananenschalen liefern im feuchten Topf zusätzliches zersetzbares Material.

Können Bananenschalen auf der Erde schimmeln?

Ja. Frische Schalen enthalten viel Feuchtigkeit und organisches Material. Werden sie auf feuchte Blumenerde gelegt oder eingegraben, können sich Pilze an ihrer Zersetzung beteiligen.

Das ist ein natürlicher Abbauprozess, im Wohnraum und direkt an den Wurzeln einer Zimmerpflanze aber meist nicht erwünscht.

Kann ich Bananenschalen bei einem Kaliummangel verwenden?

Bei einem tatsächlichen Kaliummangel ist ein Dünger mit bekannter Zusammensetzung am besten geeignet, weil er kontrolliert dosiert werden kann.


Fazit

Bananenschalen enthalten durchaus Mineralstoffe und sind als organischer Reststoff nicht nutzlos. Als direkter oder flüssiger Zimmerpflanzendünger sind sie jedoch keine überzeugende Alternative zu einer kontrollierten, ausgewogenen Düngung.

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