Zimmerpflanzen im Winter pflegen: So kommen Monstera & Co. gut durch die dunkle Jahreszeit

Helles Wohnzimmer mit verschiedenen Zimmerpflanzen an einem großen Fenster, während draußen eine verschneite Winterlandschaft zu sehen ist.

Weniger Tageslicht, trockene Heizungsluft und schwankende Temperaturen verändern die Bedingungen in deiner Wohnung. Deshalb brauchen Zimmerpflanzen im Winter meist eine andere Pflege als im Frühling oder Sommer. Vor allem beim Gießen, beim Standort und beim Düngen lohnt es sich, die gewohnte Routine anzupassen.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Zimmerpflanzen im Winter pflegen kannst, worauf du bei einer Monstera im Winter achten solltest und wie du typische Probleme frühzeitig erkennst.


Inhaltsverzeichnis

  • Typische Winterprobleme im Überblick
  • Warum ist die Pflege für Zimmerpflanzen im Winter anders?
  • Der richtige Standort und ausreichend Licht
  • Zimmerpflanzen im Winter richtig gießen
  • Heizungsluft, Blattpflege und Schädlinge
  • Düngen und Umtopfen in der kalten Jahreszeit
  • Monstera im Winter pflegen
  • FAQ
  • Fazit


Typische Winterprobleme im Überblick

Beobachtung Mögliche Ursache Was du prüfen solltest
Gelbe Blätter und nasse Erde Zu häufiges Gießen Substrat trocknen lassen, Wasser aus dem Übertopf entfernen
Lange, dünne Triebe Zu wenig Licht Pflanze heller stellen oder Pflanzenlampe ergänzen
Braune Blattränder Trockene Luft, falsches Gießen oder Wurzelschaden Standort, Substrat und Wurzeln kontrollieren
Feine helle Punkte Möglicher Spinnmilbenbefall Blattunterseiten prüfen
Schlaffe Blätter Trockenheit oder Wurzelproblem Nicht sofort gießen, zuerst Substratfeuchte prüfen
Weißliche Kruste auf der Erde Salz- oder Kalkablagerungen Düngung und Wasserqualität kontrollieren

 

Warum ist die Pflege für Zimmerpflanzen im Winter anders?

Viele Zimmerpflanzen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen. Sie halten in der Wohnung meist keine klassische Winterruhe wie viele heimische Gartenpflanzen. Durch die kürzeren Tage bekommen sie in Mitteleuropa aber deutlich weniger Licht. Dadurch wächst eine Pflanze häufig langsamer und verbraucht weniger Wasser.

Das bedeutet nicht, dass du Zimmerpflanzen im Winter einfach sich selbst überlassen solltest. Stattdessen kommt es darauf an, Licht, Wasserversorgung und Temperatur besser aufeinander abzustimmen. Weniger Licht bei gleichzeitig sehr warmer Raumtemperatur kann beispielsweise zu langen, schwachen Trieben führen.


Der richtige Standort und ausreichend Licht

Licht ist im Winter einer der wichtigsten Pflegefaktoren. Ein Platz, der im Sommer hell genug war, kann während der kurzen Wintertage plötzlich zu dunkel sein. Rücke deine Pflanzen deshalb näher ans Fenster und achte darauf, dass Vorhänge oder größere Pflanzen das Licht nicht zusätzlich abschirmen.

Achte am Fenster jedoch auf zwei mögliche Probleme:

  • Die Blätter sollten keine kalte Fensterscheibe berühren.

  • Beim Lüften sollten empfindliche Pflanzen nicht direkt in kalter Zugluft stehen.

Eine Pflanzenlampe kann sinnvoll sein, wenn ein heller Fensterplatz nicht ausreicht. 

 

Zimmerpflanzen im Winter richtig gießen

Ein fester Gießtag ist selten hilfreich. Wie schnell das Substrat trocknet, hängt unter anderem von Pflanzenart, Topfgröße, Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit ab. Prüfe deshalb vor jedem Gießen mit dem Finger, ob die oberen Zentimeter des Substrats bereits trocken sind.

Gieße anschließend gründlich, lasse überschüssiges Wasser ablaufen und leere den Übertopf. Dauerhaft nasses Substrat verdrängt Luft aus dem Wurzelbereich und erhöht das Risiko für geschädigte oder faulende Wurzeln.

Bei undurchsichtigen Töpfen ist oft schwer zu erkennen, ob das Substrat im Inneren noch feucht ist. Wenn du deshalb regelmäßig zu früh gießt, kann ein transparenter Pflanztopf die Lösung sein: Du kannst Feuchtigkeit und Wurzelzustand besser kontrollieren, ohne die Pflanze aus dem Topf zu nehmen.

Ausführliche Hinweise für deine Monstera findest du in unserem Beitrag Monstera gießen: Wie oft ist wirklich richtig?.


Heizungsluft, Blattpflege und Schädlinge

Warme Heizungsluft empfinden auch wir Menschen oft als zu trocken. Das gleiche gilt auch für unsere Zimmerpflanzen. Eine höhere Luftfeuchtigkeit kann empfindlichen Pflanzen helfen, gut durch den Winter zu kommen. Ständiges Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit allerdings meist nur sehr kurzfristig. Wichtiger sind ein geeigneter Standort, richtiges Gießen und bei nachweislich sehr trockener Raumluft gegebenenfalls ein Luftbefeuchter.

Staub auf den Blättern kann die ohnehin geringe Lichtausbeute weiter verschlechtern. Wische die Blätter gelegentlich vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch ab. So kannst du gleichzeitig nach Verfärbungen und Schädlingen suchen, denn warme und trockene Bedingungen können bestimmte Schädlinge wie Spinnmilben begünstigen. Kontrolliere daher regelmäßig Blattoberseiten, Blattunterseiten und junge Triebe.

Entdeckst du feine Gespinste oder punktförmige Blattschäden, hilft dir unser Ratgeber Spinnmilben an Monstera erkennen und bekämpfen. Bei unklaren Symptomen findest du zusätzlich eine Übersicht unter Monstera-Schädlinge erkennen.


Düngen und Umtopfen in der kalten Jahreszeit

Wächst eine Pflanze wegen des geringen Lichtangebots kaum, benötigt sie normalerweise auch weniger Nährstoffe. Zu viel Dünger kann sich im Substrat anreichern und die Wurzeln belasten. Reduziere die Düngung deshalb deutlich oder pausiere, bis wieder aktives Wachstum beginnt.

Steht deine Pflanze unter einer geeigneten Pflanzenlampe und bildet weiterhin regelmäßig neue Blätter, kann eine vorsichtige Nährstoffversorgung sinnvoll bleiben. Richte dich dabei nach dem tatsächlichen Wachstum und nicht nur nach dem Kalender. Weitere Einzelheiten findest du unter Monstera richtig düngen.

Auch größere Umtopfaktionen verschiebst du am besten auf das Frühjahr. Eine Ausnahme besteht bei akuten Problemen wie faulenden Wurzeln oder stark verdichtetem, dauerhaft nassem Substrat. Muss die Pflanze deshalb sofort umgetopft werden, kann ein lockerer, gut durchlässiger Aroid Mix für Monstera und Philodendron das Problem schlechter Belüftung im Wurzelbereich lösen.


Monstera im Winter pflegen

Eine Monstera im Winter braucht vor allem einen hellen Standort und eine angepasste Wasserversorgung. Stelle sie möglichst nah an ein helles Fenster, aber nicht direkt über einen Heizkörper oder in kalte Zugluft und die Blätter sollten niemals die kalte Scheibe berühren.

Prüfe das Substrat vor jedem Gießen. Weil die Pflanze bei weniger Licht langsamer wächst, bleibt die Erde häufig länger feucht. Eine feste Angabe wie „einmal pro Woche“ kann deshalb schnell zu viel oder zu wenig sein.

Hat deine Monstera einen Moosstab, kann trockene Heizungsluft dazu führen, dass das Moos sehr schnell austrocknet. Musst du den Rankstab dadurch ständig nachgießen, schützen passende Moisture Guards den oberen Bereich vor schneller Verdunstung und verlängern die Zeit, in der der Stab feucht bleibt.

Eine ausführliche Übersicht zu Standort, Substrat, Gießen und Rankhilfe findest du in unserem Guide zur Monstera-Pflege.



FAQ

Wie oft sollte man Zimmerpflanzen im Winter gießen?

Es gibt keinen festen Rhythmus. Gieße erst, wenn das Substrat für die jeweilige Pflanzenart ausreichend angetrocknet ist. Bei weniger Licht dauert das meist länger als im Sommer.

Sollte man Zimmerpflanzen im Winter düngen?

Nur wenn sie sichtbar aktiv weiterwachsen und ausreichend Licht bekommen. Bei deutlich verlangsamtem Wachstum solltest du die Düngung reduzieren oder vorübergehend pausieren.

Darf eine Monstera im Winter direkt am Fenster stehen?

Ein heller Fensterplatz ist meist sinnvoll. Vermeide jedoch den Kontakt mit sehr kalten Scheiben sowie direkte Zugluft beim Lüften.

Sind gelbe Blätter im Winter normal?

Ein einzelnes älteres Blatt kann gelegentlich vergilben. Mehrere gelbe Blätter können dagegen auf zu nasses Substrat, Lichtmangel, Wurzelschäden oder Schädlinge hinweisen.

Sollte man Zimmerpflanzen im Winter besprühen?

Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit nur kurz. Konzentriere dich zuerst auf ausreichend Licht, richtiges Gießen und einen Standort ohne direkte Heizungsluft.


Fazit

Damit Zimmerpflanzen im Winter gesund bleiben, musst du vor allem deine Routine anpassen. Stelle die Pflanzen heller, kontrolliere das Substrat vor jedem Gießen und dünge nur bei erkennbarem Wachstum.

Lichtmangel lässt sich nicht durch mehr Wasser oder Dünger ausgleichen. Beobachte deine Pflanze und passe deine Pflege sanft an. So kannst du Zimmerpflanzen im Winter pflegen, ohne sie durch zu viele gut gemeinte Maßnahmen zusätzlich zu belasten.

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